Geschichte von Abtsdorf

        letter02_ca_blue.gifbtsdorf ist eine Rodungssiedlung des Klosters Michelsberg. 1124 heißt es Apestorf, 1251 Abtsdorf, 1257 Appesstorff, 1362 Abtsdorf - zum Dorf des Abtes.

        letter02_cd_blue.gifer Wald war altes fränkisches Königsland und ist im Jahre 906 nach dem Untergang der Babenberger an das Reich heim gefallen. Im Jahre 973 wurde es an den Vater des späteren Kaiser Heinrich verschenkt. Dieser gab ihn mit Babinberc 1007 Zur Ausstattung des Bistums Bamberg. Eberhard, der erste Bamberger Bischof stiftete das Waldgebiet im Raume Abtsdorf 1015 bei der Gründung des Klosters Michelsberg an dieses Kloster. Der Abt ließ hier roden und siedeln und so entstand in der Talaue das "Dorf des Abtes", wohl um 1050 - 1100.

        letter02_cz_blue.gifur Zeit des Bischofs Otto (1102 - 1139) kann die Siedlung nucht mehr in den Anfängen gestanden sein; denn aus der Zeit des Abtes Hermann ist eine Urkunde erhalten: "Ein gewisser treueer Diener und Meister der Küche, Bero von Apetesdorf, hat unserem seligen Bater Otto (dem Bischof) und dem Abt treue Dienste geleistet." Bischof Otto hatte vom Abt den Bero als Begleiter für seine Missionsreise nach Pommern erbenten (1124). Der Bischof hat die Familie des Bero dem Abt empfohlen; "Friderune, die Frau des Bero, seine Söhne Bero und Adelbert und seine Tochter Sugburga sollen von jeder weltkichen Gewalt frei sein." (Looshorn II/161).

        letter02_cd_blue.gifie Familie des Bero wird also unter den Schutz des Klosters gestellt. Bero selbst wird 1138 unter die Ministerialen (Ritter) des Klosters eingereiht. Das Geschlecht der Ritter von Apetesdorf bestand noch 1360. Gozwin von Apetesdorf gehörte damals zum Gefolge des Bischofs Leupold.

        letter02_ci_blue.gifn den Zinsbüchern taucht immer wieder der Name Abtsdorf auf. (Braun). 1205 beurkundete Bischof Ekbert, daß er einen Garten bei der Mühle Abtsdorf von den Brüdern Cunrad und Heinrich um 5 Pfd. gekauft hat und dem Ulrich Knappelin und seinen Erben zu Lehen gegeben hat mit der Bedingung, daß er unseren Brüdern auf dem Michelsberg einen Eimer Wein von dem nämlichen Preis und dem nämlichen Gehalt, wie der am Berg Michelsberg wächst, jährlich zahlt. (L.1).

        letter02_ca_blue.gifuch 1218 werden Weinberge in Abtsdorf urkundlich erwähnt. Hermann von Brachstein war mit einem Fuder Wein belehnt (hatte es zu erhalten). Mönch Eberhard von Radolfsdorf kaufte diese Einkünfte um 10 Pfd. reinen Silbers und stiftete den Wein an verschiedene Klöster. Sollten die Weinberge in Abtsdorf einmal keinen Wein liefern können, dann muß das Kloster Michelsberg den Betrag von 30 Schilling Ersatz zahlen. (LII/618). In einem späteren Eintrag ist vermerkt, daß Mönch Eberhard von Radolfsdorf den Brüdern des Kloster Michelsberg "oblationen" (Weinschenkungen) aus seinem Weinberg gegeben habe, auf die der Hermann von Barcstein verzichtet habe.

        letter02_ci_blue.gifm Jahre 1251 nennt ein päpstlicher Schutzbrief das ganze Dorf Abtsdorf als Besitz des Kloster Michelsberg.

        letter02_ci_blue.gifm Jahre 1317 kauft Abt  Eberhard dem Ritter Conrad von Stuhsen die Mühle Abtsdorf, 1363 Abt Dietrich von Wiesenthau von Friedrich Mulndorfer, Bürger zu Bamberg, die Vogtei über 2 Güter in Aptsdorf. Das Kloster Michelsberg war in der zurückliegenden Zeit herabgewirtschaftet und der Besitz verschleudert worden. Die Äbte kauften ihn jetzt wieder zurück.

        letter02_ci_blue.gifm Zinsbuch des Spitalmeisters des Klosters aus dem Jahre 1424 werden 10 1/2 Güter als Besitz des Klosters und 75 Frondiestleistungen genannt, auch Fischwasser werden erwähnt. 1485 muß Abtsdorf 4 Bewaffnete stellen und zusammen mit Eichenhof und Harnsbach einen Kriegswagen bereitstellen. Auch 1486 wird diese Bereitstellung erwähnt. Es waren damals die Jahre der drohenden Türkengefahr. 1498 ergeht ein "ernstlich gepiet" (ein ernster Befehl) an die Leute von Abtsdorf, ihre Fahrhabe hinter feste Mauern zu flüchten, sich zu bewaffnen und das Getreide malen zu lassen. (Braun).

        letter02_ci_blue.gifn einer Urkunde aus dem Jahre 1297 war von neuen Rodungen des Klosters Michelsberg zwischen Bamberg und Burgebrach gesprochen worden.

        letter02_ci_blue.gifm Jahre 1317 gab Abt Eberhard an den Altar der Nikolaikapelle den Zins von 2 Sölden und der Mühle in Abtsdorf, die er vom Ritter von Stuhsen gekauft hatte, dazu eine Sölde in Abtsdorf, di er von dem Bamberger Bürger Hermann Cirner erworben hatte. In der Nikolaikapelle sollte dafür täglich eine hl. Messe für die Verstörbenen gelesen werden. (L.III/609).

        letter02_ci_blue.gifm Jahre 1330 geben Die alleute (Rechtsvertreter) des Friedrich Tockler aus Bamberg in das Ägidienspital unter dem Mönchsberg die Einkünfte von Grundstücken auf der Leiten, die da liegt zu Abtsdorf und Geiersleiten heißt, und von anliegenden Äckern. Deise tragen alljährlich 23 Schillinge und 5 Hühner. Davon sollen 5 Semmeln gekauft und an die armen Leute verteilt werden. Den Rest der Summe und noch 6 Hühner dazu soll der Pfleger des Spitals erhalten. (Atlas von Bayern 1840).

        1371 geben Heinrich Vink und seine Frau Kune zum Katharinenaltar auf dem Michelsberg ihr Recht an Haus und Hofstatt, Garten und Hofreit zu Aptzdorf, das etwann des Kochs war, des Bero. (LIII/625).

        1357 schreibt Domdekan Friedrich, daß Eberhard Soldir seine Güter in Abtsdorf dem Abt und Konvent des Klosters Michelsberg verkauft hat.

        letter02_ci_blue.gifn einer Pergamenturkunde (Gemeindeakten Vorra, St.Arch.) aus dem Jahre 1481 werden die Michelsberger Untertanen in Abtsdorf aufgezählt: Hans Schneider, Hans und Erhard Kretzner, Agnes und Erhard Redone (Stallkrant genannt), Hans Lohensteiner, Ulrich Klingenstein, Jakob Gollner, Hans Dotterweich, Contz Kossner. Ihre Abgaben wurden neu festgesetzt.

        letter02_ca_blue.gifbtsdorf wurde, wie auch die Nachbarsdörfer, im 30 jährigen Krieg (1618 - 1648) furchtbar getroffen. Das ergibt sich aus der Steuerbeschreibung des Amtes Burgebrach aus dem Jahre 1653, fünf Jahre nach dem Friedensbeschluß:

Steuerbeschreibung Burckheberach 1653

Das Dorf ist fast ganz abegrannt, hat ein schlechtes Einkommen, die Wiesen sind versumpt, die Weiden mit Binsen bestanden, nochts nütz. 6 Acker Holz sind ganz verbrannt. Die Gemeinde hat zwei Seelein, sie sind in höchster Kriegsnot an Matthes Schreyer in Bamberg verkauft für 30 Reichstaler.

  1. Balthasar Moll, 1/2 Gut, nicht bewohnt, 150 fl. (Wert veranschlagt)
  2. Linhard Bayer, 1/2 Hube öth, 150 fl.
  3. Hans Doterweich
  4. Thomas Bayer
  5. Hans Moll älter, 1 Häuslein, 60 fl.
  6. Lorenz Pohrer, 1/4 Hube, abgerannt, 30 fl.
  7. Hans Dotterweich, 1/4 Hube, 30 fl.
  8. Hans Bayer mittler, abgebrannt
  9. Hans Bayer älter, 175 fl.
  10. Hans Bayer jünger, abgebrannt, 100 fl.
  11. Hans Dotterweich, 1/2 Haus, abgebrannt, wohnt in der Scheune, 150 fl.
  12. Hans Paulus, abgebrannt, Brandstatt
  13. Hans Gäcklein, ein bloßer Hof, steht nichts drauf
  14. Maria Schüller, abgebrannt
  15. Hans Gäcklein, Mühle, 100 fl. und 600 fl.
  16. Hans Moll jünger, abgebrannt, 160 fl.
  17. Die Gemeinde hat ein Hirtenhaus, ist eingefallen, nicht zu gebrauchen.
  18. Matthes Schreyer, Bamberg, Fischer, 100 fl.

Zehent an Getreide und Heu hat Ebrach allein. (Der Zehent war eine Abgabe an die Kirche. Die Pfarrei Burgebrach, zu der Abtsdorf gehörte, hatte den Zehent zu erhalten. Die Pfarrei war aber 1290 dem Kloster Ebrach übergeben worden.) Bei guter Zeit bringt der Zehent 80 Sra. Korn, jetzt kaum 20 Sra. Der ganze Steuerwert wird auf 1200 fl. veranschlagt.

Steuerprotokoll 1676

Die Gemeinde hat nichts als 3 geringe Wiesen, mit Binsehnbewachsen, morastig. 6 geringe Äcklein, unbebaut, das Holz ist verbrannt. Gesamtwert 155 fl. Balthasar Moll hat eine Behausung mit Dach, sonst keine Gebäude, Stoffel Rösner ein Städelein, darin er wohnt, einige Sölden gehören Auswärtigen aus Birkach und Untergreuth, Hnas Beckh hat eine Hofstatt, öd, ist aber mit 100 fl. veranschlagt. Hans Jäckla (Gäcklein), sitzt auf der Mühle mit 2 Gängen, 400 fl. taxiert. Insgesamt sind 16 Hofstätten aufgeführt, die aber nicht bewohnt sind. Sie werden aber alle mit einem Wert 80 . 170 fl. taxiert.

       letter02_ci_blue.gifn Abtsdorf gibt es ganze Hueben (Höfe), 1/2 und 1/4 Höfe. Daraus kann geschlossen werden, daß die Siedlung sehr früh begonnen hat, als noch genügend Boden vorhanden war für Vollhöfe, die dann im Verlaufe der Zeit geteilt wurden. Bei späteren Siedlungen und Rodungen wurden nur kleinere Sölden gebildet.

        letter02_ci_blue.gifn der Steuerangleichung des Amtes Burgebrach aus dem Jahre 1710 steht, daß "Abbsdorf wegen des Bodens schlechter ist als Stappenbach, Harnsbach, Neuses und Burgebrach." Als Besonderheit wird festgestellt, daß das Besthaupt zu leisten ist: "So ein Todesfall, Mann oder Weib, den besten Ochsen oder die beste Kuh auf den Michelsberg geben". Das beste Stück Vieh war anstelle des Handlohns zu entrichten. Der Müller mußte das beste Pferd abgeben.

        letter02_ci_blue.gifm neuen Steuerprotokoll des Amtes Burgebrach vom Jahre 1732 ist zu lesen: "Das Dorf ghört zum Bamberger Amt Burgebrach. Die Zentralgerichtsbarkeit liegt beim Hochstifte, die Vorgtei und damit die Dorfhoheit und Polizeigewalt beim Kloster Michelsberg." Ein späterer Vermerk: "Das Kloster St. Theodor in Bamberg (Kaulberg) hat 2 Sölden." Der Zehent liegt beim Kloster Ebrach. Er bringt 70 Sra., 2/3 Korn und 1/3 Hafer, an Geld 28 fl. 44 kr., Rauchgeld und Heuzehent.

        letter02_cd_blue.gifie Häuser werden - das Geld ist wieder einmal im Wert gefallen - mit 30 bis 100 fl., die Grundstücke mit 10 bis 150 fl. eingestuft, die Mühle des Hans Jäcklein mit 60 fl. für das Haus und 340 fl. für die Grundstücke. Das Dorf besteht aus 19 Sölden, es wird insgesamt auf 13355 fl. Steuerwert und 122 fl. Rauchgeld geschätzt. Nach der Ämterbeschreibung 1751 gehörten 18 Sölden dem Kloster Michelsberg, 2 dem Kloster St. Theodor in Bamberg.

        1753 klagt die "Closter Michelsbergische Gemeinde Abbsdorf gegen Vorra wegen der Hut, wegen ausgerissener Bäume, wegen des Birnenschüttelns und weden des Auflesens von wildem Obst." (gem.Akten Vorra, Staatsarchiv).

        letter02_cd_blue.gifer Lehnsbrief des Abtes vom Kloster Michelsberg für Müller Hans Georg Ziegler aus dem Jahre 1790 liegt ebenfalls bei den Gemeindeakten von Vorra.

        letter02_ci_blue.gifn Abtsdorf bestanden 15 Nutzungsrechte am Gemeindewalt von 30 ha Größe. Fünnf Rechte sind in halbe Rechte getilt worden, sodaß heute 10 ganze und 10 halbe Rechte genutzt werden können. Offensichtlich haben einmal 15 Siedler, vielleicht schon bei der Gründung des Dorfes, diesen Wald zur Nutzung vom Kloster Michelsberg erhalten.

        letter02_cb_blue.gifis in das 19. Jahrhundert herein bildete Abtsdorf eine eigene Geminde. Durch die bay. Verwaltung wurde es mit Birkach und Vorra und Hundshof zu einer Gemeinde vereinigt.

        letter02_ci_blue.gifn den letzten Jahrzehnten sind in Abtsdorf eine ganze Reihe schöner gepflegter Wohnhäuser entstanden. Das Dorf verliert mehr und mehr seinen Charakter als Bauerndorf und entwickelt sich infolge seiner günstigen Verkehrslage und der vorhandenen Baugrundstücke mehr zu einer Wohngemeinde.

Diese Geschichtlichen Daten wurden dem Heimatbuch der Gemeinde Frensdorf entnommen das im Jahre 1981 von Herrn Joseph Neundorfer zusammengestellt wurde. Herr Jakobus Kötzner (1. Bürgermeister der Geminde Frensdorf) hat freundlicherweise die Genehmigung  zur Darzustellung dieser Daten gegeben. Interessierte Leser können dieses Büchlein bei der Gemeinde Frensdorf erwerben um noch mehr zu erfahren.

Aufruf! Sollten Sie hier Fehler in der Geschichte entdecken oder aber noch Daten und Fakten haben die hier erwähnt werden sollten, setzen Sie sich bitte mit dem Webmaster von abtsdorf.de in Verbindung. Danke.

© 9. April 2005, webmaster@abtsdorf.de